5 Things to do in Bath

Der aktuelle Blogeintrag handelt ausnahmsweise mal nicht von Berlin und Umgebung, sondern vom wunderschönen Bath auf der Insel jenseits des Kanals. Bath ist die einzige Stadt Englands, die über heiße Quellen verfügt und unter Denkmalschutz steht. Grund genug, ein verlängertes Wochenende in diesem Städtchen zu verbringen. Und in gut dreieinhalb Tagen kann man in Bath so einiges erleben und ausprobieren. Hier sind fünf Gründe, warum ich unbedingt noch einmal wieder kommen muss und warum ihr Bath auch einmal besuchen solltet.  

 

Aber warum eigentlich Bath? Die Antwort darauf beginnt bei meiner ersten wirklich großen Reise außerhalb der Grenzen Berlins. 2010 kehrten mein Freund und ich der besten Stadt der Welt (immer noch Berlin) den Rücken zu und reisten ans andere Ende der Welt: Neuseeland. Und wie es nun so ist, haben wir dort jede Menge tolle Menschen aus aller Herren Länder kennen und lieben gelernt. Also so richtig lieben gelernt nicht, aber in unsere Herzen geschlossen. Um uns nicht aus den Augen zu verlieren, treffen wir uns jedes Jahr einmal an einem anderen Ort. Nach Berlin, Kopenhagen und dem österreichischen Elmau war nun Bath dran.  

 

Bath - vergessene Stadt

Ungefähr eine knappe Stunde von Bristol entfernt, liegt Bath in der Grafschaft Somerset. Wie unsere äußerst kundigen Reisebegleiter erzählten, war Bath schon bei den alten Römern ein beliebtes Städtchen zur Erholung und berühmt für seine römischen Bäder, die von Englands einzigen heißen Quellen gespeist wurden. Nach einer Phase des Vergessens entdeckten die Engländer die Quelle wieder und seit der Regentschaft der Queen Elisabeth I. (1558) erlebte Bath einen unglaublichen Aufstieg zu Englands beliebtesten und teuersten Kur- und Urlaubsort. Heute ist Bath von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden, schon allein wegen der vielen erhaltenen historischen Gebäude, vor allem aus der georgianischen Bauzeit. Es leben knapp 90.000 Menschen in Bath. Diese Zahl kann sich aber im Sommer durchaus verdoppeln, denn nicht nur ausländische Besucher lockt das zauberhafte Städtchen an, sondern auch Einheimische verbringen hier gerne ihren Urlaub.

 

Als Großstadtkind war ich total begeistert von der städtebaulichen Architektur in Bath. Endlich mal keine Hochhäuser, keine mehrspurigen Straßen, keine großen Supermärkte an jeder zweiten Ecke. Wo man auch hinsieht, in Bath entdeckt man nur zwei bis vierstöckige Häuser im georgianischen Stil. Hier und da auch etwas heruntergekommen und mit eigenwilligen Konstruktionen und Anbauten. Aber im Grunde genommen befindet man sich an einem Ort der lebendigen Geschichte. Stumme Zeugen wie das Kopfsteinplaster, die engen Gassen, gusseisernen Zinnen und Tore, Türen und Fenster versetzen die Besucher in das 18. und 19. Jahrhundert. Passenderweise fand an unserem Wochenende auch das Jane Austen-Festival statt, sodass die Stadt von lauter kostümierten Gestalten bevölkert wurde, die alle im Stil des frühen 19. Jahrhunderts gekleidet waren. Die berühmte englische Schriftstellerin (Stolz und Vorurteil) lebte und arbeitete zwischen 1801 und 1805 in Bath. Zwei ihrer Werke spielen sogar hier, obwohl Insider sagen, dass Austen die Stadt eigentlich gar nicht mochte.

Meine persönlichen „five things to do in Bath“:


1. Bath Skyline Walk - Ein Spaziergang in und um Bath zu Fuß

 

Auf dem Bath Skyline Walk kann man die Stadt und Umgebung zu Fuß erkunden und das sollte man unbedingt machen - sonst entgehen einem die schönsten Ausblicke und Eindrücke. Unsere Tour beginnt in der Innenstadt, führt uns durch kleine Straßen am Fluß Avon entlang zu einer Brücke, die der Ponte Vecchio in Florenz ähnelt. Dann geht es vorbei an Gärten und Parks und schon sind wir raus aus der City und quasi am äußersten Rand von Bath. Uns begegnen Schafe und Kühe, Äpfel- und Birnenbäumen säumen unseren Weg und Brombeeren wuchern an allen Ecken.

 

Der eigentliche Bath Skyline Walk dauert ungefähr zweieinhalb Stunden und ist zehn Kilometer lang. Aber wie das so in der Gruppe ist, dauert alles ein bißchen länge. Auch weil es hier so wahnsinnig viele schöne Motive gibt, legen wir  gefühlt alle zehn Meter einen Foto-Stop ein. Das Resultat ist, dass wir nur ein Viertel des Weges in der doppelten Zeit geschafft haben! Ich muss also unbedingt noch einmal zurückkehren und den Walk beenden!


 

2. Cidertasting

 

In England trinkt man entweder Bier oder Cider. Bier kennen wir schon, so soll es also Cider sein. Und wenn man keine Ahnung von Cider hat, dann probiert man das am Besten im "THE STAPLE“. In diesem hervorragenden Keller-Restaurant gibt es nicht nur die leckerste Pizza in Town, sondern hier kann man sich durch etliche Sorten Cider probieren. Die überaus freundliche Bedienung hilft einem bei der Auswahl und überreicht einem fünf verschiedene Cider-Sorten serviert auf einem Holzbrett. So kann man sich für 7,50 Pfund Sterling durch das ganze Sortiment (be-)trinken.

 

3. Pub(testing)

 

Bath hat neben zwei Universitäten auch etliche Pubs, in denen sich Studenten, Touris und vor allem Einheimische ein ordentliches Cider oder Bier bestellen. Auf unserer Route für den Pub -Abend liegt das "The Kings Arms“. Ein Mix aus modernem Touch und urigen Möbilar empfängt uns. Es gibt Burger und Cider, wobei das Burgerrezept  von einem hier arbeiteten deutschen Koch stammt. Obwohl es sehr gemütlich ist und die Bedienung sehr, sehr freundlich, ziehen wir weiter. Wir wollen vor der Sperrstunde, um 23 Uhr, noch mindestens einen weiteren Pub ansteuern. Etwas versteckt liegt die Lieblingskneipe unserer Gastgeber - "The Bell Inn". Es hat den Charme einer Berliner Stammkneipe ohne viel SchnickSchnack und das kommt sehr gut bei uns an. Normalerweise gibt es hier jede Menge Live-Musik. Aber wir sind zu spät. Nur noch der DJ und jede Menge kreative Köpfe sind hier. Wir bestellen mit der "Last Order“ und machen es uns gemütlich.



4. Shoppen / Museum

 

Bath hat neben Pubs, Spa und Sighseeing jede Menge Einkaufsmöglichkeiten zu bieten. Kleine, feine individuelle Geschäfte wechseln sich ab mit großen und teuren Marken. Aber allein schon das „Window Shopping“ ist ein Genuss, denn es gibt viele kleine einzigartige Stücke zu entdecken, die vor Kreativität und englischen Establishment nur so strotzen. Wer hingegen nicht zu tief in die Tasche greifen möchte, der besucht einfach eines der vielen kostenlosen Museen in Bath.

 

5. SPA Bath

 

Der Besuch im Thermal-Spa-Bad von Bath ist nach all dem vielen Sightseeing und Pub- & Cidertesting wohl obligatorisch. Das Thermalbad liegt mitten im Herzen von Bath und bietet alles, was von einem Wellness-Tempel erwartet wird. Es gibt eine Saunalandschaft, verschiedene kleine Pools mit Wasser gespeist aus den heißen Quellen, Massagen und Anwendung sowie einen wunderbaren Ausblick über die Stadt vom großen Schwimmbecken auf der Dachterrasse aus. Nachtaufnahme müssen hier wohl spektakulär sein.

Ich selbst habe mich diesem Vergnügen nicht hingegeben, erstens sind Sauna und Co nix für mich und zweitens ist es mir schon immer zu langweilig gewesen, so ganz ohne Rutschen im Schwimmbad! Aber alle anderen waren begeistert! Man muss nur damit rechnen, dass es eigentlich immer sehr voll in Britaniens Thermal Spa ist. Und hier gilt Etikette! Nacktsein ist nicht erwünscht und für die Engländer sehr unangenehm. Also die Badeanzüge nicht vergessen.

Dies waren nur fünf Dinge, die man in und um Bath erleben kann. Wir hatten nur dreieinhalb Tage Zeit, die aber wunderschön waren, vor allem wegen des freudigen Wiedersehens lang nicht mehr gesehener Freunde. Für englische Verhältnisse hatten wir auch ungewöhnlich schönes Wetter. Die Sonne war uns ein ständiger Begleiter.

Ich weiß, dass ich noch einmal zurückkommen werde. Dann mit viel mehr Zeit, um all die anderen schönen Dinge zu erleben, die einem in Bath und vom Westen Englands geboten werden, z.B den Botanische Garten und die Kultstätte Stonehenge besichtigen.

 

Noch mehr Eindrücke von Bath gibt es in der Galerie unter Bath im September 2014!