(Not) The same procedure as every year!

 

Weihnachten ist vorbei. Pünktlich zum Ende der großen Esserei beginnt der Winter in voller Pracht. Das Beisammensein im Kreis der Familie und Freunde, im geliebten Wohnzimmer oder beim Spaziergang im heimischen Kiez ist schon wieder Geschichte. Der Duft von Bratäpfeln, Gänsen, Lebkuchen und gebrannten Mandeln gehört der Vergangenheit an. Das heißt aber auch, dass Silvester vor der Tür steht und das neue Jahr unaufhörlich näher rückt. Und das alles mal wieder viel zu schnell. Eben war noch Sommer und bald ist der Winter wieder vorbei.

 

Wie es zu Weihnachten um die richtige Organisation und Planung geht, so ist es bei Silvester nicht anders. Schon im Juni fragen sich die einen oder anderen, was man am Silvesterabend machen kann. Mein erster Gedanke ist: WEG! Weg aus Berlin. Weg vom Lärm! Weg aus der überfüllten Stadt! Weg vom Müll und den Betrunkenen! Einfach nur raus aus der Großstadt - und das, obwohl Berlin zwischen den Feiertagen vielerorts wie leer gefegt wirkt. So geht es vielen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Viele fahren an die Ostsee. Oder an andere friedvolle Orte. Wohin gegen vor allem Touristen und Party-Suchende nach Berlin strömen. Man merkt das schon wieder an vollen U- und Straßenbahnen. Aber sollen sie alle machen. Macht ja auch Spaß. Hab ich auch schon gemacht. Bis zum Brandenburger Tor habe ich es nicht geschafft. Bin vorher auf einer Party hängen geblieben. Aber das stört mich nicht. Ich brauche keine kalten Füße, angetrunkene Massen, Schlagermusik und gestellte Euphorie.


"Rote Unterwäsche zu Silvester?"

 

Überhaupt. Die Euphorie um Silvester rückt seit einiger Zeit in den Hintergrund. Andere Dinge, andere Sorgen und Freuden stehen im Vordergrund. So geht es vielen. Letztendlich ist es ein Tag wie in jedem Jahr. Oder vielleicht doch nicht? Das alte Jahr geht zu Ende. Das neue Jahr wird begrüßt. Aber geht das nicht auch anders? In vielen europäischen Ländern feiert man den Jahreswechsel nicht mit lauten Böllern und Knallern, die die Geister vertreiben, sondern ganz ruhig und ohne Hast. In Frankreich treffen sich die meisten Menschen mit Freunden und Bekannten zum Essen und Trinken. Um Mitternacht wünschen sie sich alle ein „bonne année“. In Italien wird rote Unterwäsche in der Silvesternacht getragen. Das bringt Glück. Die Spanier versüßen sich das Neue Jahr mit Weintrauben. Um Mitternacht werden zu jedem Glockenschlag zwölf Trauben gegessen. Wer sich verzählt, hat im neuen Jahr Pech gehabt. Dabei ist allen gemeinsam, dass der Bedarf an Knallkörpern relativ gering ist, bzw. es gar keinen gibt. In Großbritannien und in anderen ehemaligen britischen Kolonien wird ebenfalls kaum am Silvesterabend geknallt. Dafür aber umso mehr am Guy Fawkes-Day. Den hab ich schon einmal miterlebt, in Auckland, Neuseeland. Es ist verrückt, wenn man keinen blassen Schimmer hat und am 05. November plötzlich überall in der Stadt die Raketen los gehen und ein riesiges Feuerwerk stattfindet. In Argentinien wird auch im Kreise der Familie und Freunde bei leckerem Essen zusammen gesessen. Zu Null Uhr werden dann an vielen Stellen zentrale Feuerwerke gezündet und alle Menschen stehen auf den Dächern oder erhöhten Erhebung, prosten sich zu und wünschen sich ein „Feliz Año Nuevo“. Das wiederum finde ich schön. Gemütlich essen mit Menschen, die man gerne um sich herum hat und um Mitternacht ein Feuerwerk bestaunen. Ich mag Feuerwerk. Vor allem solche, die auch einer Choreographie folgen und untermalt von Musik sind. Das reicht mir, um meine vermeintlichen bösen Geister des neuen Jahres zu vertreiben.

 

Dann ist da noch die Sache mit den Vorsätzen, die in den Medien wieder vorgekramt werden. Jedes Jahr aufs Neue geht es um die Diät, die man nicht einhält, das Sporttreiben, was doch wieder zu kurz kommt, das gesündere Leben, was man spätestens bei der nächsten Curry-Wurst mit Pommes wieder bricht und so weiter und so fort. Da scheint es klüger, sich keine guten Vorsätze aufzuerlegen und zu gucken, was kommt. Beziehungsweise sein Verhalten generell zu überdenken und zu überlegen, wo man sich vielleicht ehrenamtlich engagieren, an welcher Stelle man vielleicht ein bisschen nachhaltiger einkaufen oder wie man wieder mehr Zeit mit Familie und Freunde verbringen kann. Es gibt tausend andere schöne Sachen, die es lohnen, auf die Agenda zu schreiben. Einfach machen!

 

Ich für meinen Teil haue dieses Jahr ab, nach Schweden in die Pampa ohne gute Vorsätze. Denn mein Jahr 2014 war ein schönes Jahr. Bis auf eine Kleinigkeit kann und will ich mich nicht beschweren - doch diese ist mein Geheimnis! :)

 

                                   Happy New Year!

 

 

 Quelle: Informationen über die Bräuche zu Silvester habe ich bei der Süddeutschen Zeitung gefunden!