Die (Winter)-Perle der Uckermark - Templin

 

Wer sich ein Wochenende voller Ruhe und Entspannung gönnen, die wunderschöne Landschaft Brandenburgs erleben und nebenbei auch noch ein wenig saunieren möchte, der ist in Templin goldrichtig. Die Perle der Uckermark ist nur knappe anderthalb Stunden mit dem Auto von Berlin entfernt und hält alles für einen erfüllten Kurztrip bereit. Auch mit der Bahn - mit der S-Bahn sowie mit dem Regionalzug - ist Templin in 1,5 h Stunden bequem und schnell zu erreichen.

 

Wer den Stadtverkehr erst einmal überwunden hat, dem empfängt das naturbelassene Land der Uckermark mit all seiner Schönheit. Hier bieten große zusammenhängende Waldflächen vielen Wildtieren einen Rückzugsort. Nun, im Winter mag es hier und da manchmal etwas kahl wirken, bei richtigem Licht ist es aber sehr idyllisch. Wer ganz besonders aufmerksam ist, kann an den Straßenrändern der typischen märkischen Alleen Adler und andere Greifvögel auf Bäumen lauern sehen. Nur fotografieren lassen sie sich aus der Nähe nicht so gerne.

 

In unserer ersten Nacht in Templin war Frau Holle sehr fleissig. Zu unserem Erstaunen blieb der Schnee auch liegen und verzauberte die Uckermark in eine winterliche Märchenlandschaft. Wer hätte gedacht, dass der Winter noch einmal in voller Pracht zurück kommt? Wenn auch nur für kurze Zeit.

 

Templin Stadt von oben
Templin Stadt von oben

Der erste Ausflug des uckermärkischen Kurztrips führte uns in den Wildpark Schorfheide bei Groß Schönebeck. Mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin erkundeten wir auf einem rund sieben Kilometer langen Rundweg Haus- und Wildtiere, die früher hier in der Mark Brandenburg ansässig waren und heute teilweise vom Aussterben bedroht sind, bzw. wieder ausgewildert werden.

 

Neben dem Tierpfleger, den Tieren selbst und Gevatter Schnee waren wir an diesem Nachmittag die einzigen Besucher, was uns aber in keinster Weise störte. Umso mehr konnten wir uns austoben und Spuren im Schnee hinterlassen. In den großzügig angelegten Gehegen begegneten wir Wollhaarschweinen, Ziegen, Wildpferden, Wisents, Rotwild, Schwarz- und Muffelwild. Absolutes Highlight waren die Wölfe. Als Stadtkind kennt man diese edlen Tiere nur aus der Glotze. Aber live und in Farbe sind Wölfe schon beeindruckende und vor allem große Tiere. Sehr schön anzusehen und immer auf Achse. Die Elche hingegen lagen nur auf der Wiese herum und haben es sich gut gehen lassen.

 

Ein Ausflug in den Wildpark Schorfheide lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Kinder können sich austoben und im Streichelzoo den Haustieren näher kommen. Und für Kletterfreunde gibt es einen abenteuerlichen Kletterparcour gleich vor dem Eingang des Wildparks.

 


Suchbild...wer findet die Elche?
Suchbild...wer findet die Elche?


Nächste Station auf unserer kleinen Reise war Templin, der Fläche nach die achtgrößte Stadt Deutschlands. Allerdings kann man das liebevoll restaurierte, von einer mittelalterlichen Stadtmauer umschlossene Zentrum der Stadt Templin sehr gut an einem Nachmittag zu Fuß erkunden. Gerade der Platz "Am Markt" mit dem Historischen Rathaus, welches heutzutage als Touristeninformation dient, gibt sich sehr fotogen. Eines vorweg: Samstag werden die Bordsteine schon um 13 Uhr hoch geklappt. Fast alle. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Das Stadtmuseum, das Museum im Berliner Tor, eine Handvoll Kneipen und gemütliche Cafés mit leckeren selbstgemachten Kuchen laden besonders im Winter zum Aufwärmen ein.

 

Bei Schnee und schönstem Sonnenschein liefen wir die historische Stadtmauer Templins ab. Sowohl germanische als auch slawische Stämmen ließen sich hier im 5. und 6. Jahrhundert nieder; um 1270 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt. Auf einer Anhöhe gelegen, worauf vermutlich auch der Name zurückzuführen ist (aus dem Germanischen „timpen“, „tempen“ oder „tempel“ = "spitzer Hügel"), wurde Templin vor allem durch die sich hier kreuzenden Handelswege nach Hamburg, Stettin und Magdeburg geprägt. Die hohe Lage, das umliegende sumpfige Gebiet und eine starke Stadtmauer dienten dem Schutz der Stadt und der Bewohner. Die bis heute sehr gut erhaltende Stadtmauer stammt aus dem 13./14. Jahrhundert und umfasst mit einer Länge von 1.735 Metern den historischen Stadtkern. Die drei Stadttore ragen aus der Mauer heraus und zählen zu den schönsten mittelalterlichen Stadttoren Norddeutschlands. Im Berliner Tor kann man über vier Etagen mehr über das Leben der Templiner Bevölkerung und das Handwerk der Umgebung erfahren, im Prenzlauer Tor wird die Stadthistorie beleuchtet.

 

Im Laufe des Tages machte sich dann das Stapfen durch den Schnee doch noch bemerkbar und so endete der Auslug nach Templin zwar glücklich aber mit kalten, nassen Füßen und bei einer deftigen Tasse Tee und Schokocappuccino.


Am Ufer des Lübbesees in Templin
Am Ufer des Lübbesees in Templin



 

Abschließend kann man sagen, dass die Region vieles für aktivitätshungrige und stadtmüde Menschen bereit hält. Da wären wohl zuallererst die zahlreichen Wandermöglichkeiten zu nennen, die ganzjährig zum Wandern einladen und vielfältige Einblicke in die Landschaften der Uckermark erlauben. Im Winter oder bei schlechtem Wetter ist es natürlich die Natur Therme Templin, welche Badespaß und Saunavergnügen für die ganze Familie bietet. Im Sommer kann man es sich bei einer gemütlichen Dampferfahrt über drei oder fünf Seen gut gehen lassen, Draisine fahren oder in den vielen Seen baden gehen. Wir werden die Perle der Uckermark auf jeden Fall noch einmal in den sommerlichen Monaten besuchen und hoffentlich noch mehr schöne Seiten dieser naturbelassenen Region Brandenburgs kennenlernen.

 

"Bis bald, du Perle der Uckermark!"