In regelmäßig unregelmäßigen Abständen findet ihr hier Tipps zu handverlesenen Kulturereignissen, Veranstaltungen und die eine oder andere Buchvorstellung.


Buchtipp: Jüdisches Leben nach 1945 - Komik und Tragik dicht beieinander

drei auf einen Streich - Michel Bergmann "Die Teilacher", "Machloikes" und ganz versteckt im Hintergrund "Herr Klee und Herr Feld"
drei auf einen Streich - Michel Bergmann "Die Teilacher", "Machloikes" und ganz versteckt im Hintergrund "Herr Klee und Herr Feld"

 

Der heutige Buchtipp ist der Trilogie von Michel Bergmann über "Die Teilacher" gewidmet. Ich bin auf die Romane im Radio bei einer Buchbesprechung aufmerksam geworden. Nun habe ich meine "Muss-ich-unbedingt-lesen-Bücherliste" wieder gefunden und mir die drei Bücher zu Gemüte geführt. Allerdings in der verkehrten Reihenfolge: ich habe mit dem dritten Teil angefangen, der damals im Radio vorgestellt worden ist und bin dann zum ersten Buch gesprungen, was aber im Grunde genommen kein Problem darstellte.

 

"Die Teilacher" ist der erste Roman in einer Trilogie des Autors Michel Bergmann, welcher vom jüdischen (Über)-Leben im Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg handelt. Das Buch ist mit viel Herz und Witz geschrieben, dem berühmten jüdischen Humor, so dass es mir äußerst schwer fiel, es aus der Hand zu legen.

 

Das Wort "Teilacher" kommt aus dem jiddischen Sprachgebrauch und bedeutet soviel wie Einzelhandelsvertreter. Oder auch Hausierer. Selbiger Betätigung gehen die Figuren in Bergmanns Roman nach. Sie verkaufen in den Nachkriegsjahren Aussteuerpakete (die Bettwäsche und Handtücher, die ihr in der Regel in Omis Truhe findet) in Frankfurt am Main. Sie ziehen dabei alle Register ihres Verhandlungsgeschicks und drücken dabei kräftig und humorvoll auf die Tränendrüse - eben mit viel Chuzpe.

 

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Tatort Berlin - Kriminalgeschichten im Spreechicago

fast alle auf einem Fleck - die drei letzten Teile der Gereon Rath-Reihe von Volker Kutscher erschienen im KiWi-Verlag
fast alle auf einem Fleck - die drei letzten Teile der Gereon Rath-Reihe von Volker Kutscher erschienen im KiWi-Verlag

 

Fast das Schönste an einem Wochenendausflug auf dem Zeltplatz ist die internetfreie Zeit. Da wir regelmäßig im brandenburgischen Land unsere Ruhe vom Berliner Alltag geniessen, konnte ich in diesem Sommer meiner Leselust in vollen Zügen fröhnen.

 

In den letzten Wochen haben es mir die Kriminalgeschichten von Volker Kutscher angetan, der den Kriminalkommissar Gereon Rath im Berlin der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts ermitteln lässt. Die bislang fünf Romane, erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch, fanden seit dem Erscheinen des ersten Bandes 2007 ein begeistertes Lesepublikum. Denn der Autor bedient sich der Kulisse des vibrierenden Berlins an einem großem Wendepunkt der Geschichte und verbindet Historisches und Fiktion so spannend, dass es unmöglich ist, die Bücher vor Ende der letzten Seite aus der Hand zu legen.

 

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11 Fakten über die Berlinale 2016

das FAF (Filmtheater am Friedrichshain) ist auch dieses Jahr wieder Spielstätte der Berlinale
das FAF (Filmtheater am Friedrichshain) ist auch dieses Jahr wieder Spielstätte der Berlinale

Jedes Jahr aufs Neue verwandelt sich Berlin zum Mekka der Cineasten. Bei den diejährigen 66. Internationalen Filmfestspielen dreht sich wieder einmal alles um das große und kleine Kino. Vom 11. bis 21. Februar kommen nicht nur Filmenthusiasten voll auf ihre Kosten, sondern auch die Stars und Sternchen tummeln sich wieder auf dem roten Teppich im Schein des Blitzlichtgewitters.

 

Zur Vorbereitung auf das große Berliner Event gibt es ein paar wissenswerte Fakten rund um die Berlinale 2016 und ihre Geschichte.

 

1.

Die erste Berlinale eröffnete der Filmhistoriker Alfred Bauer im Sommer 1951 im Titania-Palast, dank finanzieller Unterstützung des US-amerikanischen Militärs. Die Idee dazu hatte der Offizier Oscar Martay, der nach dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich für die Genehmigung deutscher Produktionen war. Er rief die Berlinale ins Leben, um sowohl den deutschen Film als auch Berlin als kulturelle Spielstätte wieder ins Rampenlicht zu rücken.

 

2.

Der Goldene Bär war von Anfang an dabei: die Vorlage gestaltete die Bildhauerin Renée Sintenis. Heute gibt es auch noch den silbernen Bären, die Berlinale-Kamera, den Gläsernen Bären und viele, viele weitere Auszeichnungen. Da verliert man glatt die Übersicht!

 

3.

Die Berlinale sah sich schon immer als das künstlerische und politische Gegenstück zu den Filmfestivals in Cannes und Venedig. Doch auch Glanz und Glamour waren in Berlin immer präsent, spätestens seitdem die Internationalen Filmfestspiele ihren festen Platz im Kalender der Filmwelt erhielten. Auch wenn in manch einem Berlinale-Jahr politische Wirrungen und Skandale einen deutlichen Mangel an Stars verspüren ließen.

 

4.

Ab 1952 bestimmte das Publikum über die Vergabe der Preise, ganz einfach durch ihre Eintrittskarten: Ein Riss in der Kinokarte bestimmte über "sehr gut", "gut" und "mäßig" bis hin zu "schlecht". Mit dieser Art der Bewertung fielen wahrscheinlich einige filmische Meisterwerke durch den Geschmackstest der Zuschauer. Wenige Jahre später entschieden die Festivalorganisatoren dann doch auf eine internationale Jury zurückzugreifen, um den künstlerischen Aspekten der Filme wieder Ausdruck zu verleihen.

 

5.

Der neueröffnete Zoo-Palast wurde 1957 zum Berlinale-Kino erklärt und sollte es bis 1999 bleiben. Seit 2000 ist das Theater am Potsdamer Platz offzielle Heimstätte der Internationalen Filmfestspiele und wird während der elf Festivaltage auch liebevoll Berlinale-Palast genannt.

 

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Erzähl mir doch ein Märchen

Mein heutiges Blog ist kein typischer Spaziergang wie bisher. Vielmehr eröffne ich hiermit einen neuen Bereich auf (W)ortschnipsel.de und damit eine neue Seite für euch zum Entdecken. In unregelmäßigen Abständen nehme ich euch mit auf kulturelle Veranstaltungen aller Art in Berlin und anderswo. Egal ob Autorenlesung, Kino, Konzert, Theater oder alljährlich stattfindende Events - ihr seid herzlichen Willkommen, eine bunte Welt mit mir zu entdecken.

 

die Märchenhütte im Monbijoupark gegenüber dem Bodemuseum
die Märchenhütte im Monbijoupark gegenüber dem Bodemuseum
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